Affinity Photo einmal genauer betrachtet

Alle Bilder in diesem Beitrag sind Eigentum von © Affinity Photo

Willkommen zu meinem kleinen Beitrag über einen Jungspund namens „Affinity Photo“ von Serif. Dabei geht es kurz und knapp um die Idee bzw. Entstehungsgeschichte hinter Affinity und im großen Ganzen um Affinity Photo selbst. Sollte ich es am Ende geschafft haben, Ihr Interesse an diesem vielversprechendem Programm geweckt zu haben, so habe ich mein Ziel erreicht. Also, los.

 

Im Jahr 1987 wurde in England das Unternehmen Serif (Europe) Ltd. gegründet. Das Unternehmen ist in der Softwarentwicklung für Grafik- und Bildbearbeitung zu Hause.

Eher im Hintergund vertreten und mit seinen Plus-Produkten wenig bekannt, präsentierte Serif der Welt 2014 eine neue Art der Bildbearbeitungssoftware. Das Rad ist nicht Neu erfunden, jedoch hat man es erfrischend anders konzipiert. Unter dem grundlegenden Namen „Affinity“ wurde seitens des Unternehmens 2014 als erstes eine Design-App und 2015/16 eine Photo-App für Apple- und Windows-Computer veröffentlicht.  Ein kleine Hysterie ging durchs Internet. Es lag vermutlich aber auch daran, dass der Zeitraum zwischen den Veröffentlichungen für Apple- sowie Windows-Nutzern sehr gering war und Affinity Photo mittlerweile auch für das IPad erhältlich ist.

©Affinity Photo

Serif sagt über sich selbst, dass sie keine 100% Abbildung von der großen Konkurrenz sein möchten. Sondern ein eigenständiges Produkt das den Anforderungen, von Kreativprofis und zukünftigen Bildbearbeitern, gerecht wird. D.h. als Nutzer kauft man nicht die Katze im Sack, muss ggf. dafür einigen Gewohnheiten der Bildbearbetung aber lebe wohl sagen.

Und, ist das schlimm? Nein, keineswegs. Schließlich führen viele wege nach Rom. Meiner Meinung nach ist Serif mit seinem Programmen, Affinity Designer und Affinity Photo, auf einem guten Weg ihr Vorhaben zu erreichen. Denn bereits jetzt haben zahlreiche (Semi-)Professionelle aus dem Medienbereich zu Affinity gewechselt.

Eines darf man dabei nicht außer Acht lassen: Affinity Photo steckt noch in den Kinderschuhen, da Serif – auch wenn das Unternehmen mit ihren vorherigen Produkten ein Grundverständnis von der Thematik hat – mit Affinity zurück auf Start geht.

 

Was macht Affinity Photo interessant & besonders?

Bereits mit der ersten Softwareversion bekam man als Nutzer einen zeitgemäßen hohen und zugleich angemessenen Standard auf den Computer. Wer bereits Erfahrung in der Bildbearbeitung besitzt, dem fällt eine Einarbeitung in die Software nicht allzu schwer. Für Einsteiger gibt es zahlreiche kurze englischsprachige und mittlerweile auch deutschprachige Videos zur Unterstützung.

Zugleich angenehm ist die Tatsache, dass mehrer Bereiche der Bildentwicklung/-bearbeitung in Affinity Photo zusammen gefasst sind. Ein Beispiel: ein Motiv wird als RAW-Datei (Rohdatei) in der Kamera festgehalten. Die Bidbearbeitungssoftware muss in der Lage sein die Datei zu öffnen und eventuelle Änderungen an ihr vornehmen zu lassen. Bei Affinity Photo ist dieser Abschnitt mit in der Software integriert, einer der fünf sogenannten „Personas“. Es ist also an dieser Stelle keine externe Sofware nötig die, wie bei anderen Bildbeareitungssoftwares üblich, dem Hauptprogramm zuarbeitet.

Ein weiterer Vortel ist das aktive Affinity-Forum. Es steht dem Nutzer leider nur in Englisch zur Verfügung, doch stehen hinter zahlreichen Themen Mitarbeiter von Serif die bei Fragen/Wünschen und Problemen dem Nutzer beratend zur Seite. Insbesondere dann, beim Test einer Beta-Version, ist ein reger ausstausch zwischen Nutzern und Unternehmen gern gesehen und ein Vorteil für beide Seiten.

Affinity Photo hat auch Besonderheiten, die mir in anderen Bildbearbeitungsprogrammen nicht bekannt oder nicht möglich waren. Z.B. mit wenigen Klicks ein Panorama ohne fehlerhafte Übergänge erstellen, fehlende Bildbereiche auffüllen, mit nur einem Pinselstrich störende Personen/Objekte aus meinem Fotomotiv verschwinden lassen, mehrere Makroaufnahmen mit unterschiedlichen Schärfebereichen zu einem gleichmäßigen scharfen Bild erarbeiten, u.v.m.

©Affinity Photo

Ebenso immer wieder sehr erfreulich sind die zahlreichen, von Affinity selbst erstellten, Pinsel, Makos und vieles mehr. Nicht zu vergessen, das eigens von Serif veröffentlichte Workbook für Affinity Photo sowie Designer.

Zu guter Letzt, der bisher unschlagbare Preis von 54,99 € (März 2018) – und kein Abo! D.h. es fallen keine monatlichen Kosten an und kleinere Updates sind kostenlos. Bei größeren Updates, z.B. Version 1.99 auf Version 2.0.,  wird über evtl. Kosten gemunkelt. Wie hoch diese anfallen und ob an dem Gerücht etwas wahr ist, kann ich zum aktuellen Zeitpunkt nicht sagen.

 

Und wo liegen die Nachteile?

Es kann nicht alles Perfekt sein. Trotzdem ist es für mich recht schwer, erwähnenswerte Nachteile zu finden. Wer sich die Vollversion von Affinity Photo und/oder Designer kaufen möchte, muss entweder ein Konto bei PayPal besitzen oder eine Kreditkarte haben. Andere Wege an die Software zu kommen gibt es bisher nicht.

Nicht alles was man aus anderen Bildbearbeitungsprogramen kennt, wird in Affinity Photo mit aufgenommen (z.B. die Anfertigung eines GIFs).

Auch gibt es minimal Unterschiede in der Handhabung zwischen den Versionen Mac, Windows und IPad.

 

Wie lautet das Fazit?

Wenn ein Softwareunternehmen seine Nutzer zu einem Abonnement auffordert stellt es sich, in der heutigen Zeit, selbst ein Bein. Meist sind die eingespielten Updates für eine monatliche Gebühr zu gering, es gibt keinen direkten Kundenkontakt durch unternehmsgeführte Foren und auch sonst ist der Nutzer, mit eher privat geführten Internetseiten und Videos, gezwungen sich bei auftretenden Problemen selbst zu helfen.

Auf der anderen Seite haben wir Affinity von Serif. Wie oben bereits angedeutet ist das Rad nicht Neu erfunden, aufgrund seiner Vorgehensweise wirkt Serif aber Kundenorientierter. Affinity Photo (und Designer) haben noch sehr viel Luft nach oben. Weltweit sind zahlreiche Nutzer bereits überzeugt. Gerade für Einsteiger ist es ein guter Ansatz in die Bildbearbeitung wenn sie ein Programm wünschen, das Ihnen zahlreiche Möglichkeiten für wenig Geld bietet.

Ich jedenfalls, werde mich immer mehr und mehr mit Affinity Photo beschäftigen und eines Tages meine anderen Bildbearbeitungsprogramme vom Computer vollständig entfernen.

©Affinity Photo