Rock around the Lake

Rock around the Lake – am Wasser und im Schlamm. Denn an den Veranstaltungstagen Freitag sowie Samstag fiel reichlich viel Regen nieder. Aber erst einmal zurück gespult.

Die Veranstalter, die auch schon das Pyrmonter Wirtschaftswunder ausgetragen haben, verwirklichten dieses Festival zum ersten Mal, vom 11. bis 13. August, am Schiedersee in Nordrhein-Westfalen.

Eben an dieser schönen Location war ein Event rund um den Rock’n’Roll mit Oldtimern, Petticoats, Musik uvm. Geplant und im vollen Gange. Tja, wenn nicht das Wetter wäre.

Dabei fing die Woche mit angenehmen Temperaturen bei klarem Sonnenschein an. Doch ab der Wochenmitte bahnte sich ein verregnetes Wochenende an und die Wettervorhersagen machten wenig Hoffnung.

So kam es wie es kommen musste.

Die Grünfläche, auf der die Oldtimer geplant platz nehmen sollten und auf denen sich bereits Mittwoch und Donnerstag die ersten Oldtimer inkl. alter Wohnwagen nieder ließen, weichte zunehmend auf.

Z.B. hatte sich ein BBQ-Grill-Bus unter seiner eigenen Last festgefahren und konnte nur noch mit der Zugkraft eines Treckers bewegt werden. Der Bus war an dem Wochenende nicht der einzige der im Schlamm stecken blieb. Dazu später aber mehr.

Am Freitag regnete es in einer Tour. Die Besucheranzahl hielt sich vermutlich deswegen in Grenzen. Auch später anreißende Oldtimer, wie ein Unimog und seine Trecker-Kollegen,sowie ein Feuerfehrauto, lockten kaum jemanden auf das Gelände. Man gab die Hoffnung jedenfalls nicht auf. Schließlich hätte hinter jeder Wolke die Sonne hervor schauen können. Doch wer nicht dabei war, verpasste die fahrerische Einlage der Band The Hot Wheels – sehr zum Amüsement der Anwesenden. Diese steckten mit ihrem Fahrzeug auch eine Zeit lang ordentlich im Schlamm fest. Dank des Unimogfahrers wurde aber auch diese Schlacht schnell gwonnen und die Band konnte ihrem Auftritt, gegen Abend, erfolgreich entgegen treten. Auch wenn sich die Personenanzahl vor der Bühne in Grenzen hielt, hätte man den ersten Abend wohl nicht besser ausklingen lassen können.

Doch der Samstag, der wusste vom Wetter her nicht so ganz was er wollte. Es regnete ab Mittag den ganzen lieben Tag. Mit zwischendrin eingetretenen Regenpausen. So verirrte sich mal der ein oder andere Oldtimer zum Rock around the Lake, der Großteil blieb in der Regel aber nicht lange. Die, von den Veranstaltern, geplante Einfahrt der Oldtimer fiel im wahrsten Sinne des Wortes somit auch ins Wasser.

Man hatte trotzdem Spaß. Mehr Spaß als am Tag zuvor. Das sah man auch an der deutlich gestiegenen Besucherzahl gegenüber dem Freitag. Gummistiefel hin oder her. Nur einige wenige Interessierte drehten an dem Tag um, als sie den Schlamm erblickten. Man scherzte von daher untereinander, dass ein Gummistiefelverkäufer an diesem Wochenende einen großartigen Umsatz erzielen würde. Da es vor Ort solch eine Verkaufsoption allerdings nicht gab, wurde ein naheliegender Baumarkt schnell von seinen Gummistiefelsortiment befreit und ein helles Bundeswehrgrün wurde beinahe die Trendfarbe des Tages.

Ich bin mir aber auch sicher das weitere kleinen Scherze wie „Wir sind Wacken 2.0.“, „Herzlich Willkommen im kleinen Wacken.“ und weitere Assoziationen mit dem (Welt-)bekannten Festival, das ohne Regen kein richtiges Wacken wäre, dazu führten die Stimmung aller Teilnehmer etwas anzuheben.

Am frühen Nachmittag legten noch einmal The Hot Wheels auf, mit einer Polonaise zum Abschied seitens der Zuschauer für die Band. Wer dann etwas genauer hinsehen konnte, entdeckte am Horizont die ersten Sonnenstrahlen. Leider blieben diese nicht allzu lange, denn der Abend rückte immer näher und somit auch der Auftritt der Band EZ/DZ aus Hamburg. Weitere Besucher und Fans kamen zum Rock around the Lake als sich ihr Auftritt näherte und blieben bis zum sehr späten Abend.

Sonntag = SONNE! Der schlammige Boden war bereits bei meiner Ankunft am Gelände etwas angetrocknet und man hatte die Hoffnung, wie geplant, die Oldtimer auf das Gelände zu bekommen. Die einzige Frage die dabei offen blieb: ab wann? Die Schar an Oldtimern und Besuchern nahm bereits am frühen Vormittag kaum ein Ende. Das freut natürlich die Veranstalter und Standbesitzer. Einziges Manko an der Sache: zum frühen Zeitpunkt war das vorgesehene Gelände noch nicht ausreichend getrocknet um Oldtimer unbehelligt aufs Grün zu lassen. Der Unimogfahrer wäre im Nachhinein im Dauereinsatz gewesen. So parkten die Oldtimer auf sicherem Untergrund – außerhalb der Veranstaltungsfläche. Dies freute selbstverständlich die Besucher, war aber schlecht für das Geschäft. Der Kassenbereich gab daher sein bestes um möglichst viele Besucher vom weiteren Verlauf von Rock around the Lake, dem Gelände und dem Eintrittspreis zu überzeugen.

Auch musikalisch wurde am lezten Tag von Rock around the Lake noch einiges geboten. gegen Mittag traten The Wild Black Jets aus Bremen auf, dicht gefolgt Backenfutter mit ihrem College-Rock.

So oder so. Es gab wirklich tolle Momente. Im Nachhinein kann man über den viele Regen auch hinweg sehen. Schließlich war es kein Starkregen mit heftigen Windböen, sonder lästiger feiner Dauerregen der schließlich verschwand. Meine persönlichen Highlights war der Airstream – mit seinen zwei kleinen straßenzugelassenen Flitzern – der von einem Hummer (H1) gezogen wurde; der Unimogfahrer der ganz kollegial festgefahrene Autos und Oldtimer aus dem Schlamm zog (am Sonntag auch den Hummer inkl. Airstream); mein Ausflug an die Spitze der Feuerwehrleiter (auf eigene Gefahr) und vieles mehr.

Doch mein liebstes Highlight ist und bleibt das familiäre Miteinander.